Günstigeres Heizöl - Anzeichen sind da

17.08.11 • 11:27 Uhr • HeizOel24 News

Wirtschaftspresse, Konjunkturdaten und sprunghafte Börsenbewegungen signalisieren alles andere als stabile Aussichten. Sämtliche Märkte begehren Stabilität, verlässliche Prognosen und Sicherheit. Sicherheit, die es momentan nicht gibt. Auch der deutsch-französische Wirtschafts-Gipfel mit Merkel und Sarkozy brachte nicht das erhoffte Aha-Erlebnis. Entsprechend gering blieben die Marktreaktionen. Der Euro stagniert bei 1,44 US-Dollar, der Aktienmarkt beendete die Erholung der Vorwoche und Gold wird wieder teurer.

Interessant in diesem fragilen Zusammenspiel der Märkte ist die Rolle des Öls, das sich gerade darauf besonnen hat, dass es in die Asset-Klasse der Rohstoffe gehört. Und zwar ist Öl ein Rohstoff, der täglich gebraucht wird und relativ knapp ist. Der Ölpreis hat sich folglich von der starken Korrelation zum Aktienmarkt abgekoppelt. Solange die Nachfrage stabil bleibt, sind die Aussichten auf fallende Ölpreise begrenzt. Sinkt die Nachfrage jedoch infolge einer Rezession, kann es schnell abwärts gehen - Übertreibung inklusive. Wichtig sind vor allem die Aussichten.

Vorboten für weniger Ölnachfrage sind schon da. Wer genau hinschaut, kann sie erkennen. Öl wird über Futures-Kontrakte gehandelt. Ein Barrel Brent Crude Nordseeöl zur Lieferung im Oktober 2011 ist an der Börse für 110 $ zu haben. Schaut man sich die sogenannte Forwardkurve an, die die Preise für zukünftig fällige Kontrakte widerspiegelt, wird ein eher seltener Sachverhalt deutlich. Je weiter das Lieferdatum in der Zukunft liegt, desto günstiger wird das Öl. Fachleute sprechen hier von Backwardation. Wer sich heute verpflichtet, im August 2013 ein Barrel abzunehmen zahlt dafür 105 $. Vorbestellungen für 2015 kosten „nur“ 100$. Das Gegenteil ist der üblicher Weise vorherrschende Contango-Markt, bei dem zukünftige Termine teurer sind.

Da wir uns an der Börse befinden, können sich die Kontraktpreise schnell ändern, das betrifft sowohl die absolute Höhe, als auch die Formation der Forwardkurve. In der Momentaufnahme ist allerdings festzustellen, dass man sich in Handelskreisen mehr Gedanken darüber macht, wo die Öllieferung von morgen herkommt, als über den Preis, den Öl in ein paar Monaten oder Jahren kostet.
Für einen möglichen Ölpreisrückgang spricht weiterhin, dass sowohl Ölpreis als auch viele Industriemetalle (Aluminium, Blei, Kupfer) ihre Jahreshöchststände verlassen und um rund 10 % nach unten korrigiert haben.

Für alle Fans eines nahenden Ölpreisrückgangs – und das dürften alle Heizölkunden sein – lohnt sich abschließend auch ein Vergleich zur Kreditkrise 2008, um Abwärtspotential herzuleiten. Auch hier begann der Ausverkauf am Aktienmarkt, ehe er mit ca. einem Vierteljahr Verzögerung den Ölmarkt erfasste. Im Frühjahr 2009 war ein Barrel Nordseeöl dann zum Schnäppchenpreis von 40 $ zu haben.

Was kommt wissen wir nicht. Auch eine rasche Erholung der Finanzmärkte ist nicht ausgeschlossen. Der skizzierte Weg zu billigerem Heizöl ist nur eine Möglichkeit. Am ehesten muss man derzeit noch von einem Seitwärtstrend der Heizölpreise ausgehen. Insbesondere falls der Ölpreis jedoch einbrechen sollte, wird die Nachfrage im Inland erneut explodieren und Lieferfristen, sowie Preisniveau der Heizölhändler werden steigen. Kunden, die spekulieren, sollte dies bedenken.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 110,00 $, Gasöl ca. 930 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 0,40 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,440 (nehzu unveränd.)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis fallend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise fallend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Genau hinschauen lohnt sich! Beobachten sie den Heizölmarkt. Bei leerem Tank am besten täglich. www.heizoel24.de –17.08.2011
 

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