Ölpreis trotz randvoller US-Lager stabil

Die Öllagerbestände in den USA sind auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Der Ölpreis hält sich dennoch stabil. Marktbeobachter sprechen von einer Bodenbildung.

Was sich in den letzten Tagen bereits abgezeichnet hat wird nun auch in den aktuellen Meldung und Presseberichten zum Ölmarkt thematisiert. Nicht nur Hedgefonds setzen angeblich verstärkt auf eine Bodenbildung am Ölmarkt. Auch die Internationale Energieagentur IEA lässt entsprechende Markterwartungen verlauten. Ins Bild passt auch, dass die Ölpreise gestern trotz erneut stark gestiegener Rohöllagerbestände nicht nachgegeben haben. Zwischenzeitlich waren die Notierungen sogar deutlich im Plus.

Die wöchentlichen DOE-Bestandsdaten fielen im Einzelnen wie folgt aus:

  • Rohöl: extrem hoher Aufbau (+ 10,4 Mio. Barrel)
  • Destillate (Heizöl, Diesel): mäßiger Aufbau (+ 2,9 Mio. Barrel)
  • Benzin: leichter Abbau (- 1,5 Mio. Barrel)

Die Bestandszuwächse lagen damit erneut deutlich über den Erwartungen. Besonders die Rohölbestände dürften die Lagerkapazitäten langsam aber sicher an ihre Grenzen bringen. Im zentralen Andienungslager für Nymex-Kontrakte in Cushing (Oklahoma) gelten 90% des Tankvolumens als erschöpft. Der Ölbestand hat ein neues Rekordvolumen erreicht.

Die Logik, die hinter der Ölpreiserholung an den Börsen steckt ist die der Produktionskosten. Das weltweite Überangebot an Öl, das den Preissturz in den vergangenen zwei Jahren ausgelöst hat, basiert zu großen Teilen auf den neu erschlossenen Fracking- und Ölstand-Quellen in Nordamerika. Bleibt der Ölpreis lange (zu) niedrig, fallen diese mangels Rentabilität sukzessive aus und der Markt steuert von einer Über- in eine Unterversorgung. Gleichzeitig macht der niedrige Ölpreis auch den OPEC-Nationen zu schaffen, die zwar i.d.R. billiger Fördern können, das hohe Ölpreisniveau der letzten Jahre aber fest in den Staatshaushalten eingeplant hatten. Mehr Redebereitschaft untereinander und mutmaßlich auch mehr Förderdisziplin ist die Folge.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt die Nachfrage nach Heizöl trotz oder gerade wegen der steigenden Heizölpreise hoch. Auch bei den hiesigen Verbrauchern schwindet offenbar die Erwartung gleichbleibender oder fallender Ölpreise. - ok

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 36,90 $, Gasöl ca. 330 $ / t
Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 0,40 € / 100 l gegenüber gestern Vormittag. Schweiz: + 0,40 CHF / 100 l.
Euro/US Dollar: ca. 1,087 (Euro nahezu unveränd.)
Franken/US Dollar: ca. 0,997 (Franken nahezu unveränd.)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise leicht steigend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp:Ölpreise beobachten und Heizölpreis vergleichen. Mit der App auch ganz bequem und jederzeit von unterwegs. www.heizoel24.de - 03.03.2016

HeizOel24
Heizölpreis Kursschwankungen voraus

Quo vadis? Heizölpreis nach OPEC-Entscheid

weiterlesen
Sprunghafter Heizöl Kursanstieg

OPEC-Einigung: Ölpreise steigen sprunghaft an

weiterlesen
ungewisse Kursentwicklung der Heizölpreise

Kurskapriolen voraus - heute ist OPEC-Tag

weiterlesen

Pressekontakt

+49 (0)30 701 712 0
Oliver Klapschus
Dipl. Betriebsw. (FH)