Niedriger Ölpreis zeigt erste Auswirkungen

Der Ölpreis befindet sich im Zick-Zack-Modus. Nach deutlichen Verlusten am gestrigen Tage geht es heute wieder rauf. Übergeordnet arbeitet der Markt nach dem 12-Jahres-Tief vom 20. Januar weiter an einer Bodenbildung.

US-Rohöl (WTI) hat die Marke von 30 Dollar je Barrel zurückerobert. Nordseeöl (Brent) notiert mit 33 Dollar komfortabel darüber. Die aktuelle Preisregion fungiert als wichtige psychologische und auch wirtschaftliche Untergrenze für den Ölmarkt. Ein erneuter Bruch könnte für Ausverkaufsstimmung sorgen. Kurse über der 30-Dollar-Marke signalisieren dagegen weitgehende Stabilität. Diese wäre mittel- bis langfristig gesehen – und auch mit Blick auf die Wechselwirkung zu anderen Märkten – wünschenswert.

Der niedrige Ölpreis hat nicht nur in den Bilanzen der großen Ölkonzerne Spuren hinterlassen, sondern sorgt auch für Desinvestitionen in anderen Bereichen. Saudi Arabien und weitere Golfstaaten zapfen Finanzrücklagen an. U.a. wurde von großangelegten Aktienverkäufen in Deutschland berichtet. Bei ExxonMobil (ESSO) brachen die Gewinne im Fördergeschäft ein. Im Raffineriebereich verdiente der Konzern dagegen besser. Besonders hart traf es BP. Konzernumbau und Entschädigungszahlungen für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sorgten für einen Jahresverlust von 6,4 Mrd. Dollar. Das schlechteste Ergebnis seit 1991. Problematisch ist diese Entwicklung in zweierlei Hinsicht. Die schwindenden Einnahmen aus dem Ölgeschäft sorgen für mangelnde Investitionskraft in den Schwellenländern. Durch die globalen Verflechtungen kann mittelfristig die Weltkonjunktur Schaden nehmen. Auf Unternehmensseite sinken sowohl der Anreiz als auch die finanziellen Mittel, neue Ölquellen zu entdecken massiv. Auf Sicht von 10 bis 15 Jahren entsteht hierdurch die Gefahr einer neuen Hochpreisphase am Ölmarkt, wie sie – unterbrochen von der Finanzkrise – zwischen 2007 und 2014 vorherrschte.

Unabhängig vom langfristigen Für und Wider sehr niedriger Ölpreise können sich Verbraucher freuen und sollten dies auch tun. Dies gilt für Autofahrer und insbesondere für Heizölkunden. Durch den weit geringeren Steueranteil im Heizölpreis ist dieser besonders stark gesunken. Während der Benzinpreis in Deutschland selbst bei einem Ölpreis von Null nur knapp unter 80 Cent je Liter fallen kann, liegt die fiskalbedingte Untergrenze bei Heizöl erst bei ca. 7,3 Cent. So hoch ist die Summe aus Mineralöl- und Mehrwertsteuer. Bei Superbenzin sind es 77,9 Cent und bei Diesel 56 Cent je Liter. - ok

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 33,00 $, Gasöl ca. 295 $ / t
Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 0,10 € / 100 l gegenüber gestern Vormittag. Schweiz: - 0,20 CHF / 100 l.
Euro/US Dollar: ca. 1,092 (Euro unveränd.)
Franken/US Dollar: ca. 1,016 (Franken etwas fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise leicht steigend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Die Nachfrage nach Heizöl ist seit Anfang Februar spürbar rückläufig. Steigende Temperaturen und Ölpreise drücken auf die Kauflaune. Die Lieferfristen werden durch die extrem starken Januar-Umsätze jedoch noch bis in Frühjahr hinein hoch bleiben. Wer heute Heizöl bestellt, kann mit der Lieferung Anfang März rechnen. Express- und Notdienstlieferungen sind gegen Aufpreis erhältlich. www.heizoel24.de - 03.02.2016

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Oliver Klapschus
Dipl. Betriebsw. (FH)