Die große Heizölpreisprognose 2016 (Teil 2 - Inlandsmarkt)
 vom 20.01.2016 12:34:26


Wie entwickeln sich die Heizölpreise im Jahr 2016? Nach der gestrigen Betrachtung des Ölmarkts aus globaler Sicht geht es heute um die Trends und Prognosen für den Heizölmarkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Ausgangslage für ein verbraucherfreundliches Heizöl-Jahr 2016 ist perfekt: Heizöl ist so billig wie lange nicht! Wer günstigere Heizölpreise im Chartbild erspähen will, muss 12 Jahre zurück schauen. Das nominale Preisniveau für Heizöl liegt auf dem Stand von 2004. Inflationsbereinigt werden sogar die Tiefststände aus dem Jahr 2003 erreicht. Ebenso wie der Ölpreis am Weltmarkt sind die inländischen Heizölpreise seit Jahresbeginn noch einmal abgestürzt. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus fast 20%. Gegenüber dem November 2015 sind die Heizölpreise um rund ein Drittel gefallen. Mit aktuell 36 Cent in Deutschland, 47 Cent in Österreich und 58 Rappen je Liter in der Schweiz sind die Heizölpreise zudem meilenweit von den Werten der Hochpreisjahre 2011 bis 2014 entfernt.

Was die Prognose der Heizölpreise für 2016 erschwert ist die große Dynamik des Abwärtsstrudels am Ölmarkt. Die Kurse finden keinen Halt. Erholungsversuche verlaufen seit Wochen im Sande. Das Ölpreisniveau wird langsam aber sicher ungesund. Börsen neigen zu Übertreibungen und offenbar befinden wir uns aktuell in einer derartigen Phase. Oder es sind die Vorboten eines kapitalen Crashs. Normale Marktmechanismen scheinen durch das anhaltende weltweite Überangebot an Rohöl außer Kraft gesetzt. Gleichzeitig kursiert die Angst vor ausbleibender Nachfrage in Fernost. Der chinesische Konjunkturmotor stottert und könnte absterben. Denkt man in diese Richtung, droht die Finanzkrise 2.0.

In Bezug auf die inländischen Heizölpreise heißt das: Nach unten sind bis auf weiteres kaum Grenzen gesetzt. Ähnlich wie bei den Benzinpreisen an der Tankstelle wird die Abwärtsdynamik jedoch nachlassen, je tiefer der Ölpreis sinkt, denn Mineralöl und Mehrwertsteuer bilden einen immer größeren Anteil am Gesamtpreis des Heizöls. Gleiches gilt für Logistikkosten und Handelsmargen. In der Schweiz kommt noch die CO2-Abgabe hinzu, die zwischenzeitlich mit 22 Rappen je Liter zu Buche schlägt.

Vom heutigen Niveau aus gesehen dürfte der Zielwert für die inländischen Heizölpreise daher auch bei einem totalen Ölpreiscrash nur noch rund 20-25% tiefer liegen. Das Aufwärtspotential im Falle einer durchgreifenden Markterholung – die aktuell noch als unwahrscheinlich gilt – könnte doppelt so hoch ausfallen. Auch dies wäre angesichts des erreichten Schnäppchenniveaus jedoch zu verschmerzen. Gleiches gilt für das Risiko einer weiteren Abwertung von Euro und Franken gegenüber dem US-Dollar.

Die Heizölnachfrage ist seit Wochen sehr hoch! Dies liegt zum einen natürlich am günstigen Preisniveau, zum anderen gibt nun auch der Winter Gas und hat den Verbrauch in die Höhe getrieben. Der Verbraucher wiederum freut sich fast schon, endlich genug Platz im Tank zu haben, für eine Heizölbestellung. Preiseffekte gehen von der hohen Nachfrage nicht aus. Das Überangebot an Öl auf dem Weltmarkt zeigt auch hier seine Wirkung. Lediglich mit verlängerten Lieferfristen von örtlich bis zu sechs Wochen – Tendenz steigend – muss gerechnet werden.

Entsprechend des idealtypischen Jahresverlaufs wäre ein Anstieg der Mineralölpreise spätestens ab dem zweiten Quartal keine Überraschung. Mit Beginn der Autoreisezeit in den USA setzt häufig ein Preisaufschwung ein, der seinen Höhepunkt oft erst im Spätsommer erreicht, wenn zusätzlich die Heizölbevorratung für den kommenden Winter anläuft. In diesem Jahr könnte dieser saisonale Ölpreiseffekt allerding schwächer ausfallen, oder ganz ausbleiben. Die Großtanklager in Nordamerika sind randvoll und aufgrund der extrem günstigen Preise dürften viele Heizölkunden ihre jährliche Bestellung vorziehen.

Die abschließende Prognose für den Heizölpreisentwicklung 2016 lautet: Aktuell ist Heizöl so günstig wie seit 12 Jahren nicht mehr. Besonders im ersten Halbjahr stehen die Chancen gut, dass dies so bleibt. Entsprechend der vorherstehenden Ausführungen kann im Jahresverlauf einer Schwankungsbreite von 10 Cent bzw. Rappen je Liter Heizöl nach unten und ca. 20 Cent bzw. Rappen nach oben gerechnet werden. Damit ist das Chancen-Risiko-Verhältnis asymmetrisch verteilt und Kunden sollten sich genau überlegen, ob es lohnt, weiter zu spekulieren. Solange es –wie aktuell – mit großer Dynamik nahezu täglich abwärts geht ist dies selbstverständlich anzuraten. Sobald sich jedoch eine Erholung der Ölpreise abzeichnet, sollten Kunden mit Bedarf bestellen. Man weiß nie, wie weit eine Börsenbewegung trägt und das Ärgernis wäre womöglich groß, das 12-Jahres-Tief verpasst zu haben. Die zusätzliche Ersparnis, die durch weitere Spekulation erzielbar ist wird zudem immer kleiner. - ok

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 28,20 $, Gasöl ca. 260 $ / t
Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 1,50 € / 100 l gegenüber gestern Vormittag. Schweiz: - 1,50 CHF / 100 l.
Euro/US Dollar: ca. 1,093 (Euro fester)
Franken/US Dollar: ca. 1,001 (Franken fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis leicht steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise leicht steigend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Hier lesen Sie die Ölpreisprognose aus Sicht des Weltmarkts! www.heizoel24.de - 20.01.2016

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