Heizölmarkt und Heizölpreise – Jahresrückblick 2015

Billig, billiger, 2015. Mit Prognosen ist es immer so eine Sache. Dass Heizöl 2015 nicht unbedingt teurer wird, hatten wir im Januar vorhergesagt. Sogar den zwischenzeitlichen Aufwärtsspielraum und das maximale Abwärtspotential von - 20%, das inzwischen ausgereizt ist, hatten wir richtig eingeschätzt! Bei der zeitlichen Entwicklung und der Ursache des Preisverfalls lagen wir zugegebener Maßen etwas daneben!

Nach einem bereits sehr niedrigen Start ins Jahr 2015 gab es die günstigsten Heizölpreise nicht, wie prognostiziert, im ersten Quartal, sondern erst im Vierten. Und für den weiteren Preisrückgang im Jahresverlauf gab es auch keine Schützenhilfe durch einen stärkeren Euro bzw. Franken. Im Gegenteil: Die europäischen Währungen verloren sogar rund zehn Prozent an Wert gegenüber dem US-Dollar, was sich entsprechend ungünstig auf die Importpreise auswirkte. Dass das schlechtere Wechselkursverhältnis am Ende kaum ins Gewicht fiel, weil die Ölpreise am Weltmarkt gegen Jahresende auf den tiefsten Stand seit über zehn Jahren einbrachen, sprengte allerdings nicht nur unsere Vorstellungskraft, sondern auch die der meisten Börsenexperten. Das aktuelle Ölpreisniveau von deutlich unter 40 Dollar je Barrel hatten wohl die Wenigsten auf der Rechnung. Bleibt zu hoffen, dass sich eben jene Börsenanalysten, die aktuell sogar einen weitere Halbierung der Ölpreise auf 20 Dollar je Barrel für möglich halten, nicht erneut irren. Mit den Aussichten für 2016 werden wir uns an dieser Stelle im Januar ausgiebig befassen.

2015 war in Bezug auf den Jahresdurchschnittspreis das günstigste Heizöl-Jahr seit der Bankenkrise 2009. In Deutschland kostete der Liter Standard Heizöl durchschnittlich 58 Cent. In Österreich waren es 69 Cent und in der Schweiz 73 Rappen. Am 31. Dezember liegen die Preise mit 43 Cent, 55 Cent und 61 Rappen je Liter noch deutlich darunter. Dieses Ausgangsniveau wird die Messlatte für 2016 darstellen! Der höchste Preis in Deutschland und Österreich wurde am 6. Mai mit 67 bzw. 79 Cent je Liter erreicht. In der Schweiz gab es eine atypische Preisspitze im November, die ihren Höhepunkt am 8.11. mit 83 Rappen je Liter Heizöl fand. Der Ausfall der Raffinerie in Cressier sorgte bei gleichzeitigem Niedrigwasser am Rhein für knappe Lagerbestände und hohe Frachtkosten für Importe. In allen drei Ländern gab es drei markante Preistiefs im Januar, August und Dezember, die die Nachfrage jeweils in die Höhe schnellen ließen. Dazwischen gab es besonders in den Hochpreisphasen auch ausgiebige Nachfrageflauten. Der Dezember stellte mit dem niedrigsten Preis seit über 10 Jahren in Deutschland und dem niedrigsten Heizölpreis seit über sechs Jahren in Österreich und der Schweiz den vorläufigen Höhepunkt der Abwärtsentwicklung beim Öl dar. Auch Diesel und Benzin sind günstig wie seit vielen Jahren nicht.

Insgesamt waren Besitzer einer Ölheizung die großen Heizkostengewinner des Jahres. Heizöl war in der Beschaffung zuletzt deutlich billiger als Erdgas und teils sogar billiger als die als unschlagbar günstig geltenden Holzpellets. Die Ölheizung dürfte damit nicht nur bei der Modernisierung bestehender Anlagen sondern auch im Neubau wieder deutlich an Bedeutung gewinnen. Moderne Ölheizungen mit Brennwerttechnik sind nicht nur äußerst zuverlässig, sondern ebenso sparsam.

In der Sparsamkeit moderner Heizungsanlagen, zunehmender Wärmedämmung und bewussterem Heizverhalten sowie dem Wegfall industrieller Großabnehmer liegt auch ein seit Jahren schrumpfender Heizölabsatz begründet. 2015 wird trotz hervorragender Preise ebenso viel bzw. wenig Heizöl abgesetzt worden sein wie im Vorjahr. Der milde Winter 2014/2015 sowie der viel zu milde Herbst 2015 spielten für den Verbrauchsrückgang ebenfalls eine gewichtige Rolle. Dabei darf die schrumpfende Absatzmenge allerdings nicht mit der Anzahl der Bestellungen gleichgesetzt werden. Die Partiegrößen werden besonders durch den Wegfall von Großanlagen tendenziell kleiner. Das sogenannte Hausbrandgeschäft, dass die Versorgung von ca. 5,5 Mio. Ölheizungen in Deutschland und jeweils ca. 0,8 Mio. Anlagen in Österreich und der Schweiz sicherstellt, ist weitgehend stabil. Im Kontrast zu allen Branchenzahlen steht weiterhin der boomende Online-Handel mit einem jährlichen Auftragsplus von 20-25%. Weit über einhunderttausend Verbraucher in Deutschland bestellten ihr Heizöl 2015 erstmals im Internet und im nächsten Jahr dürfte die Zahl der Onlinekunden die Millionenmarke knacken. - ok

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 36,70 $, Gasöl ca. 330 $ / t
Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 0,30 € / 100 l gegenüber gestern. Schweiz: - 0,30 CHF / 100 l.
Euro/US Dollar: ca. 1,090 (Euro etwas leichter)
US Dollar/Franken: ca. 0,992 (Franken nahezu unveränd.)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis fallend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise fallend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Wir wünschen allen Kunden, Preisbeobachtern und Fans von HeizOel24 einen guten Rutsch und ein frohes und gesundes neues Jahr! Halten Sie uns auch 2016 die Treue – es macht Spaß für Sie zu arbeiten! www.heizoel24.de - 31.12.2015

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Oliver Klapschus
Dipl. Betriebsw. (FH)