HeizOel24 Marktinfos Heizöl: Sorgt der Euro für Entlastung?

vom 11.09.2012 10:08:45

Die Öl- und Heizölpreise sind nahezu unverändert in den Dienstag gestartet. Auch beim Euro/Dollar-Verhältnis gibt es keine nennenswerte Bewegung. Ein Euro kostet – wie gestern – 1,280 US-Dollar. Ein Barrel Rohöl (Brent Crude Nordseeöl) wird in London mit knapp 115 Dollar und die Tonne Gasöl mit rund 985 Dollar gehandelt. Heizöl in Deutschland kostet im landesweiten Durchschnitt 91,15 Cent je Liter. In Österreich sind es 101,97 Cent und in der Schweiz steht der Heizölpreis bei durchschnittlich 105,50 Rappen je Liter.

So viel zu den nüchternen Fakten. Auf der Seite der Gerüchte und Erwartungen geht es in dieser Woche ungleich spannender zu und weiterhin ist sehr viel Spekulation im Ölmarkt. Die netto Long-Positionen (wetten auf steigende Ölpreise abzüglich der Wetten auf fallende Kurse) haben in der Vorwoche laut Commodity Futures Trading Commission (CFTC, US-Behörde zur Regulierung der Futures- und Optinsmärkte) erneut zugelegt.

Für Morgen steht die Veröffentlichung des Verfassungsgerichtsurteils zum Eurorettungsschrim ESM an. Ein Eilantrag gegen die Verkündung des Urteils bevor Europäische Zentralbank ihren Beschluss zum Ankauf von Staatsanleihen rückgängig macht, wurde heute Morgen abgewiesen.

Am Donnerstag tritt die US-Notenbank Fed zusammen und wird über eine weitere quantitative Lockerung ihrer Geldpolitik (QE3) entscheiden. Schwache Arbeitsmarktdaten aus Amerika machen einen solchen Schritt naheliegend. Die Ölpreise könnten durch noch mehr billiges Zentralbankgeld erneut befeuert werden. In China sorgt man sich gleichzeitig vor einer konjunkturellen Abkühlung, was den Ölpreis eher drücken könnte. In Athen sitzt unterdessen die Troika mit der griechischen Regierung zusammen. In jedem Fall wird der Ölmarkt zusätzlich zu den finanzpolitischen Grundsatzentscheidungen auf die OPEC schauen, die heute um 12:30 Uhr ihren Ölmarktbericht für den September veröffentlicht. Heute am späten Abend, bzw. am Mittwoch um 16:30 Uhr (MESZ) gibt es außerdem die wöchentlichen Bestandszahlen der beiden US-Institute API und DOE. Besonders die Lagerbestandsveränderungen für Rohöl und Benzin werden eher negativ erwartet, da sie noch immer von den Auswirkungen des Hurrikans „Isaac“ geprägt sind.

Für Heizölkunden wird die wichtigste Erkenntnis dieser turbulenten Woche darin bestehen, ob die Geschehnisse den Euro überproportional stärken können. D.h. sinken die Importpreise über eine stärkere Gemeinschaftswährung schneller, als der Ölpreis ansteigt. Bzw. stagniert der Ölpreis am Weltmarkt weiter und kann der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter zulegen. Mit einem deutlich fallenden Ölpreis ist bei einem positiven Richterspruch zum Eurorettungsschirm – wonach aktuell alles aussieht – kaum zu rechnen. Nur wenn die obersten deutschen Richter den Rettungsschrim stoppen ist ein Crash-Szenario wahrscheinlich.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 114,80 $, Gasöl ca. 986 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. +/- 0,10 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,280 (nahezu unveränd.)
Franken/US Dollar: ca. 1,060 (etwas fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis seitwärts auf hohem Niveau
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise zunehmend von Euro abhängig
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24-Tipp: Das Bestellaufkommen im Inland ist weiter gering. Auch wenn heute statistisch gesehen der günstigste Bestelltag für Heizöl seit über einem Monat ist, bewegen wir uns lediglich drei Cent unter dem Jahreshoch. www.heizoel24.de - 11.09.2012
 

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