Heizölpreise: Bringt der September die Wende?
vom 31.08.2012 09:54:43
Die Ölpreise an den internationalen Rohstoffbörsen bewegen sich zum Wochenende kaum und treten auf der Stelle. Die Heizölpreise im Inland steigen währungsbedingt leicht an. Der Euro ist gegenüber dem Dollar leicht im Wert gefallen.
In Deutschland, Österreich müssen Kunden mit rund 0,3 Cent Aufschlag bei den Heizölpreisen rechnen. Heizöl in der Schweiz verteuert sich entsprechend um 0,3 Rappen.
Wichtigster Tagestermin zum Wochenausklang wird die für heute Nachmittag erwartete Rede von US-Notenbankchef Bernanke beim jährlichen Notenbankertreffen in Jacson Hole, Wyoming sein. Vor zwei Jahren nutzte Bernanke diese Veranstaltung um ein Anleihekaufprogramm bekanntzugeben. Für dieses Jahr haben sich ähnliche Hoffnungen bereits zerstreut. Die wichtigsten Aktienindizes reagierten bereits gestern enttäuscht und schlossen rund ein Prozent schwächer. Das Handelsvolumen ist dünn und Anleger sind vorsichtig mit Neuinvestments. Schließlich steht der mit Spannung erwartete „September der Entscheidungen“ an. Das deutsche Verfassungsgerichtsurteil zum Euro-rettungsschirm und die Troika-Entscheidung zu Griechenland – die allerdings zwischenzeitlich bereits auf Oktober vertagt ist – sollen endlich Klarheit bringen, wie es nach vier Jahren Finanz- und Staatsschuldenkrise weiter geht. Ob der Monat hält, was er verspricht? Warten wir es ab.
Der August war in Bezug auf den Ölpreis ein zweigeteilter Monat. Während es in der ersten Hälfte noch steil nach oben ging und nahtlos an die Juli-Rallye angeknüpft wurde, ging den Ölpreisnotierungen ab Monatsmitte der Treibstoff aus. Der Anstieg mündete in eine Seitwärtsbewegung. Für Brent Crude Norseeöl stellte 115 Dollar je Barrel eine unüberwindbare Hürde dar und das für den Heizölpreis ausschlaggebende Gasöl war bei 1.000 Dollar je Tonne gedeckelt. Leichte Zugewinne beim Euro, der in der Spitzte auf bis zu 1,258 US-Dollar zulegen konnte und sich auch aktuell über der 1,25er Marke halten kann begünstigten zusätzlich einen leichten Preisrückgang beim Heizöl im Inland. Ab Monatsmitte ging es auch hier leicht abwärts. Das insgesamt sehr hohe Heizölpreisniveau – am 16. August wurde das Allzeithoch aus dem Sommer 2008 um gerade drei Cent je Liter verfehlt – führte zu einem ausgesprochenen Käuferstreik. Das Jahr 2012 bleibt für den Heizölhandel kaum planbar. Nach dem Heizöl-Run im Juni, als die Preise kurzzeitig in erträglichere Gefilde sanken, herrscht nun wieder ausgeprägtes Abwarten auf bessere Zeiten. Jahreszeitlich motivierte Heizölkäufe, die den August einst zu einem der Umsatzstärksten Monate im Jahr machten, sind kaum noch zu beobachten.
Ob der September in Bezug auf die Börsenbereinigung hält, was er verspricht und vielleicht sogar sinkende Heizölpreise bringt muss sich zeigen.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 113,00 $, Gasöl ca. 987 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 0,30 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,250 (etwas leichter)
Franken/US Dollar: ca. 1,040 (etwas leichter)
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