HeizOel24 Marktinfos Heizölpreise verlassen Höchststand - Neue Anreize zur Modernisierung?

vom 17.08.2012 11:45:16

Nach dem gestern erreichten 4-Jahres-Hoch kommen die Heizölpreise leicht zurück. Ein Großteil des Preisabschlags von rund 0,5 Cent je Liter resultiert dabei aus Wechselkursgewinnen. Der Euro konnte sich gegenüber dem Dollar festigen und entlastet die Importpreise für Öl um rund ein Prozent. Das Bild am Ölmarkt gestaltet sich dagegen uneinheitlich. Während die Kursnotierungen an der Londoner Rohstoffbörse ICE gestern noch einmal gestiegen sind, starten sie heute Früh gebremst. Besonders Rohöl (Brent Crude Nordseeöl) und Benzin leiden unter Gewinnmitnahmen. Das für den Heizölpreis ausschlaggebende Gasöl (Börsenwert für Heizöl und Diesel) kann sich dagegen im Bereich der Vortagsschlussstände behaupten. Eine Tonne Gasöl kostet rund 980 Dollar.

Die Notierungen für Rohöl werden zusätzlich durch den gestern erfolgten Kontraktwechsel belastet. Der Terminkontrakt auf Nordseeöl (Brent Crude Oil) zur Lieferung im September, der gestern letztmalig gehandelt wurde, ist mit gut 116 Dollar je Barrel ausgelaufen. Brent Öl zur Lieferung im Oktober kostet heute Morgen 114,20 und zur Lieferung im November 113,50 Dollar je Barrel. Bei Gasöl sind die Kontrakte für die kommenden beiden Monate gleich teuer, der November folgt mit leichten Abschlägen.
Die nicht zuletzt durch den schwachen Euro verursachten Rekordpreise für Heizöl, Benzin und Diesel hinterlassen unterdessen Spuren im Verbraucherverhalten. Wo es geht, wird gespart. An der Tankstelle ist dies schwierig – viele Autofahrten lassen sich nicht vermeiden. Die Heizölbevorratung hat dagegen noch einige Wochen Zeit. Wer das Zwischentief der Ölpreise im Juni verpasst hat, verlegt sich nun wieder aufs Warten. Die aktuellen Heizölumsätze der Händler betragen nur noch 10 Prozent des Frühsommerniveaus. Aus der Erfahrung mit der Preisspitze 2008 heraus scheuen sich viele vor einer teuren Bestellung. Die Befürchtung, dass es noch teurer wird, treibt kaum einen zum Kauf. Der Schaden ist schon da.

Der August – normalerweise einer der umsatzstärksten Monate im Heizölgeschäft – könnte einen neuen Negativrekord bei den Bestellungen bringen, wenn die Heizölpreise anhaltend hoch bleiben. Umgekehrt wird die Nachfrage explodieren, falls der Preis bricht. Bleiben die Preise bis zum Jahresende hoch, werden Kleinmengenbestellungen den Markt dominieren. Volltanken ist derzeit keine Option.

Die Einsparung von Brennstoff ist auf Dauer die wohl sinnvollste Vorgehensweise, um Heizkosten zu sparen. Schnell und ohne bauliche Maßnahmen geht dies z.B. durch ein bis zwei Grad weniger Raumtemperatur, zeitgesteuertes Heizen oder zimmerabhängige Temperaturvariierung. Flur und Schlafzimmer müssen nicht so warm sein, wie das Bad. Diese einfachen Regeln werden von den meisten Verbrauchern bereits umgesetzt und werden der große Trend für den kommenden Winter sein.

Dach- und Fassadendämmung oder eine Modernisierung der Heizungsanlage versprechen die größte Einsparung. Diese Projekte müssen aber länger geplant und vor allem finanziert werden. Ob 2013 ein Jahr der Modernisierung wird, wird davon abhängen, ob die Ölpreise hoch bleiben und ob es der Politik gelingt, die nötigen Anreize zu schaffen. In zahlreichen Medien ist heute von Plänen der Bundesregierung zu lesen und 2013 ist Wahljahr. Auch der deutsche Heizölhandel plant eine Modernisierungsoffensive zu unterstützen. Nach österreichischem Vorbild soll der Austausch veralteter Heiztechnik gegen moderne Brennwertgeräte gefördert werden. Öl-Brennwerttechnik lässt sich u.a. mit Solaranlagen kombinieren und liefert ein Einsparpotential von 10 - 30 % Heizöl. Je nachdem, welches Altgerät ersetzt wird. Abseits der bewährten Ölheizung erfreuen sich alternative Brennstoffe wie z.B. Holzpellets wachsender Beliebtheit. Die modernen Holzheizungen sind in der Anschaffung nicht billig, verursachen im laufenden Betrieb aber deutlich weniger Kosten. Faustregel: Zwei Tonnen Pellets ersetzen 1.000 Liter Heizöl und kosten weniger als die Hälfte.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 114,20 $, Gasöl ca. 978 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 0,50 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,237 (fester)
Franken/US Dollar: ca. 1,031 (fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise steigend
alle Angaben ohne Gewähr

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