HeizOel24 Marktinfos Heizöl: Hält der Preisdeckel?

vom 14.08.2012 11:41:40

Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der  kommen heute leicht zurück. Nachdem die Notierungen gestern noch einmal anzogen und besonders in Deutschland nur noch hauchzart unter dem bisherigen Jahreshoch lagen, sind für heute einige zehntel Cent Abschlag pro Liter Heizöl avisiert. Entscheidendes tut sich allerdings weder beim Ölpreis, noch beim Euro/Dollar-Verhältnis.

Dass das alte Doppelhoch aus dem Februar und März den deutschen Heizölpreisen auch diesmal einen Deckel aufsetzt und es in den nächsten Tagen wieder abwärtsHeizölpreise deutschland 2012 - Hält der Deckel zum dritten mal? geht, wäre wünschenswert, ist aber keinesfalls gewiss. Zumal sich der Heizölpreis aus einer Reihe von Faktoren zusammensetzt. Allein die drei großen Faktoren – Gasölpreis, Euro/Dollar und Inlandsnachfrage – unterliegen stetigen Schwankungen und sind aktuell beispielsweise völlig anders gemischt, als beim „Frosthoch“ der Heizölpreise im Februar. Bereits der Ländervergleich macht dies deutlich. Richtig prägnant stellt sich der gedeckelte Spitzenpreis nämlich nur im deutschen Chart dar. In Österreich und der Schweiz fiel Kundenansturm im Februar geringer aus. Offenbar ist man es hier noch gewohnt, dass um diese Jahreszeit Winter herrscht und sorgt rechtzeitig mit Heizöl vor. Gleichermaßen ist das aktuelle Sommerniveau der Heizölpreise in den beiden Alpenrepubliken den Umständen entsprechend minimal. In Deutschland gibt es hier und da noch regionale Aufschläge.

Was uns der Weltmarkt in den nächsten Tagen und Woche bringt ist weiterhin mit großen Fragezeichen behaftet. Zumindest eine kleine Abwärtskorrektur scheint überfällig. Die Wirtschaftsdaten gäben sogar Anlass dazu. Die Euro-Krise zieht sich zäh wie ein Kaugummi. Deutschland zeigt als eines der letzten Euro Länder noch Wachstum Im zweiten Quartal ganze 0,3 %. Jenseits des großen Teichs in den USA sieht es ähnlich aus und auch in Asien hat sich das Wachstum verlangsamt. Einstellen will sich ein Ölpreisrückgang aber nicht. Besonders der Brent-Preis (europäisches Nordseeöl) zeigt sich immer wieder sehr robust gegenüber Abschlägen. Er hat sich bei Werten um die 114 US-Dollar je Barrel festgesetzt. Der für den Heizölpreis ausschlaggebende Gasölpreis rangiert derzeit bei 960 Dollar je Tonne. Leichtes US-Öl ist am billigsten und für gut 93 Dollar zu haben. Die rund 20 Prozent Preisdifferenz zum europäischen Pendant basieren schätzungsweise zu zwei Dritteln auf der Kriegsgefahr im Iran und zu einem Drittel auf der relativ guten Rohölversorgung des nordamerikanischen Regionalmarktes. Bis Ende 2010 waren die beiden Rohölsorten nahezu Preisgleich und schwankten – meist mit ein bis zwei Dollar Aufschlag für Brent – parallel. Der „Arabische Frühling“ gab dann den Startschuss zum weiten Auseinanderklaffen der Werte.

Ähnlich wie bei den inländischen Heizölpreisen lässt sich auch bei den Ölpreisen am Weltmarkt nach Widerständen und Preisdeckeln suchen. Abgesehen von der alles überragende Preisspitze, die im Jahr 2008 Rekordölpreise brachte, aber nur wenige Monate Bestand hatte, ist festzuhalten, dass es bei allen drei betrachteten Ölpreisen markante Zonen gibt, in denen die Luft für weitere Anstiege sehr dünn wird. Zunächst sind dort die psychologischen Hürden von 120 Dollar bei Brent, 100 Dollar bei WTI und 1.000 Dollar bei Gasöl. Diese wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren durchaus übersprungen. Rund fünf Prozent höher endeten dann aber alle Anstiegsversuche.

Hat dieses Muster Bestand, lautet die Schlussfolgerung für preisgeplagte Heizölkunden: Viel schlimmer kann es aus aktueller Sicht kaum werden. Ein möglicher Iran-Krieg oder ein Euro-Absturz sind in dieser Betrachtung allerdings ausgeklammert. Die angeschlagene Gemeinschaftswährung kann sich in den letzten Tagen ziemlich konstant bei einem Gegenwert von 1,235 US-Dollar behaupten.

Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 114,50 $, Gasöl ca. 965 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 0,20 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,235 (nahezu unveränd.)
Franken/US Dollar: ca. 1,030 (nahezu unveränd.)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis seitwärts
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise seitwärts
alle Angaben ohne Gewähr

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