Heizölpreis nähert sich dem Jahreshoch!
vom 09.08.2012 11:44:59
Die Heizölpreise steigen weiter und entwickeln sich zielstrebig in Richtung Jahreshoch. Durch neuerliche Aufschläge von durchschnittlich 0,7 Cent je Liter fehlt in Deutschland und Österreich nun nur noch rund ein Cent. In der Schweiz gestaltet sich die Lage mit fünf Rappen bis zu den Rekordständen aus dem März zumindest rechnerisch etwas besser. Die Misere, in der Verbraucher aktuell wird aber auch hier sehr deutlich. Die Zeit, um das Preishoch auszusitzen, wird immer knapper. Plant man zwei bis drei Wochen Lieferfrist mit ein – im Westen und Süden Deutschlands müssen teils fünf Wochen Wartezeit wegen des Bestellrückstaus aus dem Juni kalkuliert werden – bewegen sich die Liefertermine bereits in Richtung September. Sind die Nächte kühl, springen hier bereits die ersten Heizungen an und die Ölvorräte in vielen Tanks dürften in diesem Jahr nicht allzu üppig sein.
Aktiv auf einen Crash zu spekulieren ist aus ist also in zweierlei Hinsicht sehr gewagt. Die Börsenentwicklung und der herannahende Herbst haben sich gegen diese Strategie verschworen. Von panikartigen Vorratskäufen oder gar dem überstürzten Wechsel zu einem neuen Heizungssystem ist dagegen genauso abzuraten. Mit jedem Euro bzw. Dollar, den es nach oben geht, wird die Luft für den Ölpreis dünner. Er wird seinerseits zu einer aktiven Gefahr für die Weltkonjunktur. Rückschläge sind daher vorprogrammiert. Die Preisbildung in den nächsten 14 Tagen könnte Hinweise auf die weitere Entwicklung geben und Rückschlagspotential offenbaren. Spekulationswillige Kunden, mit knappen Lagerbeständen sollten sich mit der Bestellung einer Teilmenge ein Zeitpolster verschaffen. Den etwas höheren Literpreis für eine 1000-Liter-Lieferung in Kauf zu nehmen kann aktuell sinnvoller sein, als sich den Tank vollfüllen zu lassen.
Wie der aktuelle Höhenflug der Ölpreise mit den Fundamentaldaten zusammenpasst, wird wohl ein Geheimnis der Börse bleiben. Die kritische Lage im Nahen Osten mag ein gewichtiger Faktor sein, ansonsten fällt es schwer an das Fundament der sich immer höher auftürmenden Ölpreise zu glauben. China meldet – für unsere Begriffe traumhafte – aber dennoch etwas schwächere Wirtschaftsdaten und in Europa äußert sich die EZB weiterhin skeptisch zu den Wachstumsaussichten. Die USA können in Sachen Wachstum ebenfalls nicht überzeugen. Lediglich die US-Bestandsdaten untermauern den Anstieg. Das Department of Energy (DOE) meldete gestern folgende Veränderungen zur Vorwoche.
- Rohöl: deutlicher Abbau (- 3,7 Mio Barrel)
- Destillate (Heizöl, Diesel): geringer Abbau (- 0,7 Mio Barrel)
- Benzin: leichter Abbbau (- 1,8 Mio Barrel)
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 112,50 $, Gasöl ca. 955 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 0,70 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,235 (etwas leichter)
Franken/US Dollar: ca. 1,026(etwas leichter)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise steigend
alle Angaben ohne Gewähr
HeizOel24-Tipp: Jetzt den Ölstand prüfen! Durch den Auftragsstau aus dem Juni ist mit zwei bis örtlich fünf Wochen (West- und Süddeutschland) Lieferfrist für Heizöl zu rechnen. Die ersten Heizungen laufen ab September. www.heizoel24.de - 09.08.2012
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