Rettung oder Ruin? Börsen warten auf Zählbares
vom 31.07.2012 10:38:54
An den Börsen herrscht gespannte Erwartung und die Kurse bewegen sich in dieser Woche bisher kaum. Sowohl am Ölmarkt aus auch am Aktien- und Währungsmarkt scheuen sich Investoren vor neuen Investments, solange nicht klar ist, was genau die EU denn nun vor hat. Die Äußerung „Wir werden alles tun, um den Euro zu erhalten.“, von Draghi, Monti, Merkel, Hollande und Co. ist eingepreist. Nun müssen Taten folgen. Wie sich der Plan mit Inhalt füllt, verraten uns die Notenbanken (Fed am Mittwoch und die EZB am Donnerstag). – Hoffentlich! Obwohl sie es eigentlich gar nicht können. Denn es gilt bekannter Maßen der Grundsatz der Trennung von Finanz- und Fiskalpolitik. Finanzpolitik ist das unabhängige Hoheitsgebiet der Notenbanken und Fiskalpolitik ist das, was die Griechen gestern mal wieder erfolglos abgebrochen haben: Die staatliche Gegenfinanzierung der Haushaltsausgaben.
Zurück zum Thema: Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz sinken heute leicht. Der Rückgang in Größenordnung von 0,4 Cent bzw. Rappen je Liter, der so recht keinem etwas, nützt ist dabei eine Koproduktion aus stabilem Euro und leicht sinkendem Ölpreis. Hinsichtlich der weiteren Preisentwicklung am Ölmarkt wird in dieser Woche einiges von den Zahlen zum OPEC-Ausstoß im Juli und den US-Bestandsdaten am Mittwochnachmittag abhängen. Die Wiederholte Meldung sehr starker Bestandsaufbauten wie in der Vorwoche könnte einen Kursrutsch am Ölmarkt auslösen, sofern auch die übrigen Rahmenbedingungen mitspielen. Ohne Euro-, OPEC-, Notenbank- und Griechenlandmeldungen läuft derzeit kaum etwas an der Börse. Und wenn hier Ruhe herrscht, wir das Dauerthema Iran hervorgeholt, um den Ölpreis zu bewegen.
Heizölkunden, die bei der Bevorratungsentscheidung auf eine klare Preisprognose setzen, haben weiterhin schlechte Karten. Nichts Genaues weiß man nicht. Oder anders ausgedrückt: Die Börsenstimmung ist schlecht, die Kurse steigen trotzdem. Die Frage bleibt, was sich zuerst ändert. Hellt sich die Stimmungslage der Börsianer auf und passt sich an den Kursverlauf an oder brechen die Kurse noch einmal ein? Wenn der finale Crash kommt, wird er heftig sein. Dass er kommt ist nicht gewiss.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 105,60 $, Gasöl ca. 908 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 0,40 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,226 (unveränd.)
Franken/US Dollar: ca. 1,021 (unveränd.)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Brent Ölpreis uneinheitlich mit Potential zu beiden Seiten
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise eher rauf als runter
alle Angaben ohne Gewähr
HeizOel24-Tipp: Die unsichere Börsenlage und die hohen Ölpreise machen die Bevorratung mit Teilmengen wieder zu einer attraktiven Strategie. Volltanken ist aktuell nur für Pessimisten ratsam, die davon ausgehen, dass die Ölpreise nahtlos weiter steigen. www.heizoel24.de - 31.07.2012