Preisrückgang heizt Heizölnachfrage an!
vom 21.06.2012 10:27:05
Die Heizölpreise geben heute voraussichtlich stark nach und fallen in Größenordnung von bis zu einem Cent je Liter. Wie groß der Preisrückgang genau ausfällt wird regional unterschiedlich sein, denn inländische Preisfaktoren wie Frachtzuschläge und Lieferfristen spielen zunehmend eine Rolle.
Die Nachfrage nach Heizöl ist durch den Preisrückgang der letzten Wochen stark gestiegen und liegt bis zu dreimal so hoch wie in einem „normalen“ Juni. Besonders betroffen vom Kundenansturm sind die Ölheizungshochburgen im Südwesten und Süden Deutschlands. Je weiter man sich auf der Landkarte nordöstlich bewegt, desto entspannter wird die Liefersituation. Neben einigen Teilen Schwabens werden die längsten Lieferfristen derzeit aus dem Raum Nürnberg gemeldet. Im Raum München ist die Nachfrage preisbedingt geringer. Hier wirkt noch die Petroplus-Pleite nach, die zum Ausfall der Raffinerie in Ingolstadt geführt hatte. Das Heizölpreisniveau ist gegenüber dem restlichen Bundesgebiet deutlich erhöht.
Besonders, wenn die Heizölpreise in den nächsten Tagen weiter nachgeben sollten ist mit einer neuerlichen Zunahme der Bestelltätigkeit zu rechnen. Ein weiterer Anstieg der Lieferfristen, die im bundesdeutschen Durchschnitt derzeit bei vier Wochen liegen, scheint dann vorprogrammiert. Da wir gerade erst auf den Hochsommer zusteuern ist diese logistische Sondersituation unkritisch zu sehen. Der bei der Bestellung gültige Preis gilt in jedem Fall bis zur Lieferung des Heizöls. Kunden sollten jedoch darauf achten, dass sie über einen genügenden Restbestand verfügen, wenn die Warmwasserbereitung über die Ölheizung läuft. Parallelen zum letzten Preisverfall aus dem Jahre 2008 zu ziehen, wäre noch verfrüht. Hier gab es Wartezeiten von bis zu acht Wochen, wobei die Heizperiode schon begonnen hatte! Auch der Preisrückgang selbst war deutlich stärker ausgeprägt.
Was nicht ist, kann allerdings noch werden. Ein Blick auf die Ölpreisentwicklung am Weltmarkt zeigt, dass die Abwärtskorrektur gestern neuen Schwung erhalten hat. Besonders der Preis für Nordseeöl (Brent Crude Oil) gibt weiter stark nach. Die Furcht vor einer Ölknappheit durch Lieferausfälle aus dem Iran schwindet immer mehr und ein Barrel Brent Öl kostet aktuell nur noch elf Dollar mehr als ein Barrel US-Öl (WTI, Light Sweet Crude). Im Frühjahr betrug die Differenz noch über 20 Dollar. Generell sind die Ölpreise auf den tiefsten Stand seit Ende 2010 gefallen. Nordseeöl kostet aktuell 91,50 Dollar je Barrel und Gasöl (Börsenwert für Heizöl und Diesel) notiert bei 825 Dollar je Tonne.
Stark zum gestrigen Preisverfall beigetragen haben die US-Bestandsdaten und die US-Notenbank (Fed). Die US-Öllager sind so prall gefüllt wie seit über 20 Jahren nicht mehr und die Notenbank sieht weiterhin Konjunkturrisiken und hält daher an ihrer extremen Niedrigzinspolitik fest. Neue Kapitalspritzen wurden aber nicht bekanntgegeben. Hierüber zeigte sich der Finanzmarkt enttäuscht.
In Bezug auf die Bestandsdaten gab das Department of Energy (DOE) gestern um 16:30 Uhr folgende Veränderungen zur Vorwoche bekannt:
- Rohöl: deutlicher Aufbau (+ 2,9 Mio Barrel)
- Destillate (Heizöl, Diesel): leichter Aufbau (+ 1,2 Mio Barrel)
- Benzin: leichter Aufbau (+ 0,9 Mio Barrel)
Der Euro hält sich in den letzten Tagen mit Kursen zwischen 1,26 und 1,27 Euro je US-Dollar überraschen gut und beeinflusst die Importpreise für Öl zumindest nicht negativ.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 91,50 $, Gasöl ca. 825 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 1,00 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,266 (fester)
Franken/US Dollar: ca. 1,055 (fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis fallend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise leicht fallend
alle Angaben ohne Gewähr
HeizOel24-Tipp: Der Ölpreis fällt seit gestern mit erhöhtem Tempo weiter. Heizölkunden mit Bedarf sollten den Markt intensiv beobachten, um den optimalen Kaufzeitpunkt dieses Sommers abzupassen. Lieferfristen von mehreren Wochen (Tendenz steigend) sind aufgrund der großen Nachfrage einzuplanen!
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www.heizoel24.de - 21.06.2012