Ölpreis: Täglich grüßt der Abwärtsdruck
vom 19.06.2012 10:36:46
Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz nehmen Kurs auf das am 4. Juni markierte Jahrestief. Wie fast schon zu erwarten hat sich die Börseneuphorie nach dem Wahlausgang in Griechenland ebenso schnell verflüchtigt, wie nach den Rettungsschirm-Plänen der Spanier in der Vorwoche. Im zweiten Anlauf sollte es den Griechen nun möglich sein, eine Regierung zu bilden. Nicht mehr und nicht weniger. Die Probleme bleiben die gleichen und das Vertrauen gering. Besonders die beiden Bankaktien im DAX sind gestern nach starkem Beginn erneut auf Tauchstation gegangen.
Die Risikoaversion der Börsianer hat auch den Euro schnell wieder eingeholt, dessen Stand sich am Abend bei einem Gegenwert von nur noch 1,26 US-Dollar einpendelte. Am Montagmorgen kostete er noch über 1,27 US-Dollar und entlastete damit u.a. die Importpreise für Rohöl und Mineralölerzeugnisse. Zum Glück für alle Ölheizer und Autofahrer kommt auch der in Dollar notierte Ölpreis nicht auf die Beine. Brent Crude Nordseeöl markiert heute Morgen den tiefsten Stand seit 17 Monaten und auch beim für den Heizölpreis ausschlaggebende Börsenwert „Gasöl“ muss man ähnlich weit zurückblicken, um Stände auf dem jetzigen niveau von unter 840 Dollar je Tonne zu entdecken. Der Ölpreis leidet und eingetrübten Wachstumsaussichten und einer komfortablen Angebotssituation. Beim Nordseeöl kommt außerdem die schwindende Angst vor dem Wegfall des iranischen Angebots im Preis an. Da kein Anbieter der erste sein will, der freiwillig auf die sprudelnden Petrodollars verzichtet, sind Verknappungsbestrebungen der Förderländer schwer durchzusetzten. Mit dem OPEC-Entscheid der Vorwoche verhält es sich in etwa wie mit der Griechenlandwahl. Die OPEC hat ihre Förderquote von 30 Mio. Barrel pro Tag bestätigt, wie diese aktiv umgesetzt wird, ist eine andere Frage. Die tatsächlichen Fördermengen lagen im letzten Halbjahr zwischen fünf und zehn Prozent über der angepeilten Höchstgrenze.
Nächstes Sprungziel für die Rettung der Weltwirtschaft ist der heute beginnenden G20-Gipfel in Mexiko. Besonders von den Europäern wird erwartet, dass sie endlich Lösungen zur Überwindung der Euro-Krise liefern. Für die USA und China immerhin eine gute Strategie, um von eigenen Problemen abzulenken. Auch hier wachsen die Konjunkturprognosen nicht mehr in den Himmel. Wie es um das Vertrauen von bis zu 350 befragten Finanzexperten in die deutsche Wirtschaft bestellt ist, werden wir bereits um 11:00 Uhr wissen. Dann werden die ZEW Konjunkturerwartungen für den Juni bekanntgegeben. Die Erwartungen im Vorfeld, sind bescheiden. Dies schafft Raum für positive Überraschungen.
Die aufgezeigten Negativaspekte sollten an dieser Stelle nicht überbewertet werden. Festzustellen ist allerdings, dass es in der aktuelle Presselandschaft schwer fällt Positives zu entdecken. Der Konjunkturoptimismus des ersten Quartals ist verflogen. Aktien und Ölpreis bleiben unter Druck, der bereits totgesagte Goldpreis steigt wieder und die Aussichten für eine erfolgreiche Spekulation auf sinkende Heizölpreise standen schon deutlich schlechter als jetzt.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 94,85 $, Gasöl ca. 836 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. - 0,50 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,257 (leichter)
Franken/US Dollar: ca. 1,048 (leichter)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis fallend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise leicht fallend
alle Angaben ohne Gewähr
HeizOel24-Tipp: Der Druck auf den Ölpreis wird wieder stärker. Brent Crude Nordseeöl und Gasöl (Börsenwert für Heizöl und Diesel) sind auf den Tiefsten Stand seit Anfang 2011 gefallen. www.heizoel24.de - 19.06.2012