Erste Juni-Hälfte bringt Jahrestief beim Heizölpreis
vom 15.06.2012 10:11:14
Vor dem Wochenende steigen sowohl der Ölpreis als auch der Euro leicht an. Durch die parallele Bewegung sind die Auswirkungen auf die Inlandspreise rechnerisch gleich Null.
Heizölkunden in Deutschland und Österreich können von konstanten Heizölpreisen ausgehen. Generell haben sich die Heizölpreise auf Wochensicht kaum verändert. Im bundesdeutschen Durchschnitt kostet Heizöl 0,1 % weniger als am letzten Freitag. In Österreich verzeichnen wir Abschläge von 0,4 % und in der Schweiz von 0,6 %. Besonders in Deutschland macht sich die anziehende Inlandsnachfrage preisstabilisierend bemerkbar. Die ersten beiden Juni-Wochen brachten die günstigsten Heizölpreise des bisherigen Jahres und haben die Nachfrage sprunghaft ansteigen lassen. Die Heizölumsätze der Händler sind stark angestiegen und liegen in vielen Regionen auf einem Niveau, das sonst nur in den Herbst- und Wintermonaten erreicht wird. Gleichzeitig hat sich die beliebteste Bestellmenge von 1.000 Liter auf 3.000 Liter erhöht. D.h. Kunden, tanken aufgrund der Preiserwartung wieder voll. Teilmengenbestellungen sind „out“.
Einen ersten Richtungsentscheid, ob das Preistief beim Heizöl tatsächlich schon erreicht ist, oder ob es noch tiefer ins Tal hineingeht, wird es am Montag geben, wenn die Ergebnisse der Griechenlandwahl feststehen und die Börsen wieder öffnen. Insbesondere die Reaktionen beim Euro können heftig ausfallen. Am Markt kursieren Prognosen zwischen 1,20 und 1,30 Euro je US-Dollar. Der Ölpreis wird vermutlich steigen, sobald die globalen Konjunkturrisiken abnehmen. Gleitet die Weltwirtschaft dagegen in eine tiefe Rezession ab, war der jüngste Ölpreisrückgang erst der Anfang, wie ein Blick auf die Preisentwicklung im Jahr 2008 zeigt. Die OPEC ist mit ihrer Entscheidung bereits durch und hat gestern Abend bekanntgegeben, die offizielle Förderquote bei 30 Mio. Barrel pro Tag zu belassen. Die Auswirkungen auf die Ölnotierungen an der Londoner Börse waren gering, da mit dieser Entscheidung bereits gerechnet wurde. Wichtiger ist ohnehin, was die einzelnen Mitgliedsstaaten aus der Vorgabe machen. Derzeit liegt der Ausstoß an OPEC-Öl bis zu 10 % höher. Besonders Saudi-Arabien zeigt sich sehr Konsumentenfreundlich.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 97,70 $, Gasöl ca. 852 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. +/- 0 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,261 (fester)
Franken/US Dollar: ca. 1,051 (fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis fallend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise leicht fallend
alle Angaben ohne Gewähr
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